Griechisches Pita Brot backen – nur 5 Zutaten, 30 Minuten Arbeit
Pita ist das schnellste Brot, das ich kenne – jedenfalls, wenn man die Arbeitszeit rechnet. Kneten, Teiglinge abstechen, in der Pfanne backen: eine gute halbe Stunde, den Rest erledigt die Hefe von allein. Und in dem Moment, in dem sich der erste Fladen in der Pfanne aufbläht wie ein Kissen, verstehst du, warum sich der gekaufte Pita aus dem Supermarkt danach nicht mehr lohnt.
Griechenland ist für uns eines der liebsten Reiseziele, und Pita gehört dort einfach dazu – zum Grillfleisch, zum Tunken, zum Wickeln. Ich zeige dir hier nicht nur, wie es geht, sondern auch warum die einzelnen Schritte so sind, wie sie sind. Denn wenn du das verstanden hast, gelingt dir das Brot auch dann, wenn deine Küche mal kälter oder dein Mehl mal anders ist.

Viele scheuen vor Hefeteig zurück, aber ich kann dir versichern: Griechisches Pita Brot ist einfach selber zu machen und überzeugt in ganzer Linie. Ich zeige dir in diesem Beitrag mein einfaches Pitarezept und das Verständnis dafür, warum bestimmte Dinge so gemacht werden. Ich bin übrigens sehr zuversichtlich, dass du nach diesem Rezept auf gekauftes Pita verzichten wirst. Alle Begriffe findest du im Beitrag Brotwissen von A bis Z, weitere Brotrezepte auf Instagram.
Mehr als nur ein Rezept: So gelingt luftiges Pita Brot
Bevor wir mit der Zubereitung beginnen, einige Punkte, warum ich dieses Rezept so genial finde. Es ist einfach zuzubereiten, vielseitig und unfassbar lecker. Wenige, dafür ausgewählte Zutaten ergeben ein extrem vielseitiges Brot, das du sowohl als Beilage als auch zum Füllen hervorragend hernehmen kannst. Meine Erfahrung zeigt, dass beim Brotbacken oft kleine Details den Unterschied machen. Ein Verständnis für die Zubereitung und ein Gespür für das Material führen zu Ergebnissen, die du so nur selten im Supermarkt kaufen kannst.
Der Start: die richtige Hefe und das Aktivieren
- Wassertemperatur mit Gefühl: „Lauwarm“ ist hier das Zauberwort (ca. 35-37°C). Ist das Wasser zu heiß, mag die Hefe nicht mehr arbeiten; ist es zu kalt, kommt sie nur schwer in Gang. Ich teste das gerne am Handgelenk – fühlt es sich angenehm an, ist es perfekt.
- Frischhefe-Charme: Ich nutze ausschließlich Frischhefe wegen ihrer Triebkraft und des feinen Aromas.
- Gute Gesellschaft: Hochwertiges Mehl (Typ 550) und ein gutes Olivenöl sind nicht nur Geschmacksträger, sondern machen den Teig auch schön geschmeidig. Das Salz bitte erst zum Mehl geben, damit es die Hefe nicht direkt beim Aufwachen stört.
Das Kneten: Dem Teig Struktur geben
- Acht bis zehn Minuten in der Maschine: So lange braucht der Teig, um ein stabiles Glutengerüst aufzubauen. Von Hand rechne mit rund 15 Minuten – eine fast meditative Arbeit.
- Wann ist der Teig fertig geknetet? Er löst sich vom Schüsselrand und klebt nicht mehr. Er sollte sich glatt und elastisch anfühlen. Probiere den „Fenstertest“: Ein kleines Stück Teig vorsichtig auseinanderziehen. Wenn es sich so dünn ausziehen lässt, dass Licht hindurchscheint, ohne zu reißen, ist er perfekt.
- Wasser oder Mehl nachträglich zugeben: Wasser kannst du beim Kneten jederzeit nachgießen. Mehl dagegen besser nicht – es legt sich als trockene Schicht um den fertigen Teig und stört die Struktur
Die Kraft der Ruhe: Dem Teig Zeit geben
- Was passiert genau? Die Hefe arbeitet und produziert kleine Luftbläschen (CO2), die den Teig auflockern. Das Geheimnis fluffiger Pitas.
- Der passende Ruheplatz: Ein warmer, zugfreier Ort ist ideal. Gut abgedeckt mit einem feuchten Tuch oder Folie kann der Teig in Ruhe sein Volumen vergrößern. Ich finde, es hat etwas sehr Befriedigendes, diesen Prozess zu beobachten.
- Zeit ist ein Freund: Lass dem Teig die Zeit, die er braucht. In einer kühleren Küche kann es auch mal etwas länger dauern.
Handwerkliches Geschick: die Pitas einfach formen
- Geölte Hände, glücklicher Teig: Öle deine Arbeitsfläche leicht ein, statt sie zu bemehlen. Mehl trocknet den Teig aus, Öl hält ihn geschmeidig.
- Gleich groß, gleich gar: Rund 75 g pro Teigling. Dann werden alle Pitas gleich groß und gleichzeitig fertig.
- Falten und rundwirken: Die Teiglinge flachdrücken, die Kanten zur Mitte einschlagen und dann auf der Arbeitsfläche rundwirken. Dabei spannt sich die Oberfläche – genau das sorgt später für gleichmäßig runde Fladen.


Das große Finale: Pitas in der Pfanne goldbraun backen
- Vorsichtig ausziehen: Die Teiglinge zu ca. 5 mm dicken Fladen ziehen. Nicht zu dick, sonst blähen sie sich schwerer auf, nicht zu dünn, damit sie nicht reißen.
- Die richtige Hitze: Eine beschichtete oder gusseiserne Pfanne auf mittlerer bis hoher Stufe erhitzen. Ist sie zu kühl, werden die Pitas blass; ist sie zu heiß, verbrennen sie außen, bevor sie innen gar sind.
- Das Aufbläh-Spektakel: Wenn sich die Pitas wie kleine Kissen aufblähen, ist das ein Zeichen für perfekte Pitas! Das eingeschlossene Wasser verdampft und trennt die Teigschichten.
- Kurz und knackig: Nur 1-2 Minuten pro Seite, bis sie leicht gebräunt sind und Blasen werfen.
Das perfekte Finish: so wird dein Pitabrot noch besser
- Extra-Soft: die fertigen Pitas direkt zu stapeln und abzudecken, ist sehr empfehlenswert für das Endprodukt. Der eingeschlossene Dampf hält sie weich.
- Extra-Kick: die fertigen Pitas mit Knoblauch-Kräuter-Öl bepinseln. Frisch gepresster Knoblauch in hochwertigem Olivenöl, mit einer Prise Meersalz und gehackten Kräutern deiner Wahl vermengen.
- Meine Lieblingsfüllung – Hähnchen-Gyros-Pita: Ich bereite gerne ein Hähnchen-Gyros zu. Dafür mariniere ich Pollo Fino mit zwei Esslöffeln Olivenöl, einer Zwiebel, einer Knoblauchzehe, je einem Teelöffel Majoran, Thymian und Paprika edelsüß, einer Prise Kümmel und Zucker sowie einem Spritzer Zitronensaft. Die Marinade lasse ich etwa eine Stunde einziehen. Danach brate ich das Hähnchen bei mittlerer Hitze auf der Hautseite kross an. Die Pitatasche fülle ich dann mit frischen Tomaten, Krautsalat, dem Hähnchen-Gyros und roten Zwiebeln.
- Vegetarische Alternative: Eine ebenso empfehlenswerte vegetarische Variante ist die Füllung mit frischem Grillgemüse, gebratenem Halloumi, Tomaten und Zaziki.

Pita Brot vs. Türkisches Fladenbrot: Ein kleiner Unterschied
Die Frage nach dem Unterschied zwischen griechischem Pita Brot und türkischem Fladenbrot kommt häufiger auf. Hier eine kurze Unterscheidung:
- Türkisches Fladenbrot (Pide): Das bekannte türkische Fladenbrot (oft Pide genannt) ist deutlich luftiger und dicker. Es wird eher wie ein Brot gegessen oder längs aufgeschnitten und gefüllt, aber seltener komplett um eine Füllung gewickelt. Lahmacun → wenn du Fladenbrote liebst, ist meine türkische Pizza ein Muss.
- Fladenbrot als Überbegriff: Die Bezeichnung „Fladenbrot“ ist ein Sammelbegriff für viele flache Brotvarianten. Zutaten und Zubereitung variieren regional.
- Griechisches Pita: Das typisch griechische Pita zählt zu diesen Fladenbroten. Es ist relativ flach, wird meist kurz in einer Pfanne oder einem Ofen gebacken, ist durch das Olivenöl leicht ölig und eignet sich gut, um Füllungen damit zu umwickeln oder als „Tasche“ zu verwenden.
Kann ich den Pitateig am Vortag vorbereiten?
Ja, und ich mache es sogar gerne so. Knete den Teig wie beschrieben, gib ihn abgedeckt in den Kühlschrank und lass ihn dort über Nacht gehen. Die kalte, lange Führung bringt sogar mehr Aroma als die zwei Stunden bei Zimmertemperatur.
Am nächsten Tag nimmst du den Teig etwa eine Stunde vor dem Verarbeiten heraus, damit er Zimmertemperatur annehmen kann. Kalter Teig lässt sich schlecht ausziehen und bläht sich in der Pfanne weniger auf.
Noch mehr Fladenbrote aus meiner Küche
- Pita Brottaschen → meine luftigen Taschen aus dem Ofen, die sich von selbst aufpusten und super befüllen lassen.
- Lahmacun → wenn du Fladenbrote liebst, ist die türkische Pizza ein Muss.
- Focaccia → Fladenbrot auf Italienisch, luftig und super soft.
Griechisches Pita Brot
Den Deutschen ihr Brot ist der Griechen ihr Pita. Ein flacher Fladen, angereichert mit Olivenöl und gebacken über dem Grill oder, wie in meinem Fall, der Pfanne. Dieses Pita Brot Rezept kannst du sowohl als Beilage als auch zum Füllen hervorragen verwenden.
einfach-
Zubereitungszeit: 30 Minuten -
Ruhezeit: 2 Stunden -
Backzeit: 15 Minuten -
Gesamtzeit: 2 Stunden 45 Minuten
Zutaten
| 195 ml | warmes Wasser |
| 15 g | Frischhefe |
| 325 g | Weizenmehl, Typ 405 oder 550 |
| 10 g | Salz |
| 2 EL | Olivenöl |
Utensilien
Zubereitung
- Die Hefe in dem lauwarmen Wasser gründlich auflösen. Alle restlichen Zutaten beimengen.
- Den Teig in der Küchenmaschine für 8-10 Minuten auskneten. Dabei sollte der Teig sich eigenständig vom Schüsselrand lösen und nicht mehr kleben. Sollte er dennoch kleben, mit ein wenig Mehl dagegen wirken | Ruhezeit 2h, der Teig soll sich verdoppeln.
- Auf der eingeölten Arbeitsfläche den Teig in 7 gleiche Teile, mit ca. 75 g abstechen.
- Die Teiglinge flach drücken und die Kanten zur Mitte falten und rund wirken. Siehe Video
- Die rund gewirkten Teiglinge mit der Hand dünn auseinanderziehen und mit etwas Olivenöl in einer heißen Pfanne braten.
- Ich lagere die Pitas gerne übereinander, so bleiben sie schön weich und lassen sich hervorragend füllen.
- TIPP: Knoblauch in gutes Olivenöl pressen und die Fladen damit einstreichen.
Video
Notizen
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Du hast das Rezept ausprobiert?
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Fragen und Antworten: Problemlöser für dein Pita-Projekt (FAQ)
Meine Pitas blähen sich nicht auf – woran liegt das?
Fast immer an einem von drei Dingen: Der Teig ist noch nicht weit genug gegangen, die Pfanne ist nicht heiß genug, oder die Fladen sind zu dick ausgezogen. Am häufigsten ist die Pfanne schuld – sie darf richtig heiß sein. Und keine Sorge: Auch eine Pita, die sich nicht komplett aufbläht, schmeckt hervorragend.
Wie bleiben die Pitas frisch?
Am besten schmecken sie direkt aus der Pfanne. Reste hältst du gut verpackt bei Zimmertemperatur ein bis zwei Tage. Zum Auffrischen träufelst du etwas Olivenöl darüber und wärmst sie kurz im Ofen auf – dann sind sie fast wie frisch.
Kann ich Pita Brot einfrieren?
Ja, sehr gut sogar. Vollständig auskühlen lassen, mit Backpapier zwischen die einzelnen Fladen, dann in den Gefrierbeutel. So halten sie zwei bis drei Monate. Aufbacken kannst du sie direkt gefroren im Toaster oder Ofen.
Wenn du bis hierher gelesen hast: Probier es einfach. Beim ersten Mal wirst du vielleicht zu dick ausziehen oder die Pfanne zu heiß haben – bei mir war es beides. Ab dem dritten Fladen hast du den Dreh raus, und dann dauert es keine zwei Wochen, bis du dich fragst, warum du jemals Pita gekauft hast. Kali Orexi!

Bei Dir sieht das immer so einfach aus, einfach deliziös;)
Beste Grüße
Irina
Griechenland hat in der Tat sehr viel Schönes und Gutes zu bieten, „ausgezeichnetes Essen“ gehört allerdings nicht (mehr) dazu. Die sogenannte griechische Küche orientiert sich traditionell sehr stark an der osmanischen Küche, selbst vermeintliche griechische Klassiker wie Tsatsiki, Moussaka und eben das Pitabrot werden in der benachbarten Türkei und teilweise auch in anderen Gebieten des ehemaligen osmanischen Reiches ebenfalls oder in leicht anderer Form angeboten. Und dies oft viel besser als im heute vom Tourismus dominierten Griechenland. Als grosser Fan Hellas‘ habe ich es regelmässig genossen, bei der Rückkehr nach Italien statt der mehrwöchigen „griechischen“ Fastfood-Bauenkost nach Touristenart endlich wieder wahre Kochkunst zu erleben. Trotzdem danke für das griechisch inspirierte Wrap-Rezept!
Diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht.
In den letzten Jahren ist jedoch auch eine Rückbesinnung auf gute traditionelle (zeitlich sehr aufwändige) Küche gekommen und man kann die griechische Küche als Fine Dining genießen.
Hallo, kann ich den Teig schon einen Tag vorher machen?
Liebe Grüße
Claudia
Hallo Claudia, grundsätzlich funktioniert das bei Hefeteigen: Teig kneten, kurz anspringen lassen, abgedeckt in den Kühlschrank, am nächsten Tag eine gute Stunde vorher rausnehmen, damit er Zimmertemperatur annimmt. Eine zweite Gare braucht er dann nicht mehr, er ist über Nacht fertig gegangen.
Mein Rezept ist auf zwei Stunden bei Zimmertemperatur ausgelegt, die Hefemenge ist entsprechend bemessen. Für eine Übernacht-Gare im Kühlschrank würde ich die Hefe deutlich reduzieren, sonst geht der Teig zu weit. Ich habe das selbst noch nicht ausprobiert und wollte dir nichts empfehlen, was ich nicht getestet habe.
Wenn du es probierst, schreib gerne, wie es geworden ist. 🙂
Hallo Yogi
ich habe das Pita- Rezept heute Nachmittag beim Schmökern im Garten entdeckt und es gleich ausprobiert.
Es ist soooo cool und lecker!! Sie sind sogar aufgegangen, dass ich das Brot aufschneiden und befüllen könnte!
Dazu gab es eine Yoghurtsoße mit Knobi und frischen Gartenkräutern, u.a. Minze.
Morgen werde ich meinen Sohn zeigen, wie es geht.
Vielen Dank für dein Rezept!!
Hallo Stefanie, das freut mich sehr! Vielen Dank für das tolle Feedback.
Schönes Rezept. Vielen Dank
Danke dir, das freut mich!