Ramen in Japan: Alles, was du wissen musst – Japan Guide

Ramen in Japan: Alles, was du über die bekannteste Suppe Japans wissen musst – von den besten Ramen-Bars in Tokio, Osaka und Kyoto bis zu Tipps fürs Bestellen und Genießen. Nach Dutzenden Ramen – ja, nach so vielen Schüsseln, dass ich süchtig geworden bin auf unseren Reisen – habe ich in diesem Beitrag alles Wichtige zusammengesammelt, was du über die wohl bekannteste Suppe Japans wissen musst. Ich zeige dir unsere absoluten Lieblings-Ramen-Spots in Tokio, Osaka und Kyoto, verrate Bars, die du rund um die Uhr besuchen kannst, aber auch kleine Lokale, die Google dir nicht verrät. Ich erkläre dir die Unterschiede der gängigen Ramen-Varianten, gebe Tipps fürs Bestellen, natürlich erfährst du auch, was es mit dem Schlürfen auf sich hat.

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Vorneweg: Eine gute Ramen geht immer – morgens, mittags, abends oder nach einer feucht-fröhlichen Nacht. Voller und dichter Geschmack, günstig, gemütliche Atmosphäre in den Ramen-Bars – quasi ein Gericht, das problemlos zwei- oder dreimal am Tag Spaß macht und niemals langweilig wird.

Ramen in Japan: Alles, was du wissen musst – Japan Guide
Ramen in Japan: Alles, was du wissen musst – Japan Guide

Ramen in Japan: Übersicht der beliebtesten Sorten

Ramen ist nicht gleich Ramen. Das wirst du spätestens nach der dritten oder vierten Schüssel in Japan merken. Mal bekommst du eine leichte, fast klare Brühe, mal eine dicke, milchige Suppe, die dir das Verstand weichkocht vor Umami. Und irgendwo dazwischen liegt eine breite Welt aus Brühen, Nudeln, Toppings und persönlichen Vorlieben.

Damit du beim ersten Blick auf die Karte nicht völlig ratlos das erstbeste Ticket aus dem Automaten ziehst, kommt hier ein Überblick über die vier klassischen Ramen-Arten in Japan – plus ein paar typische Abwandlungen und Insider-Tipps für Foodies, auf die du achten solltest:

Die beliebtesten Ramen in Japan – Shio, Shōyu, Miso und Tonkotsu

Shio-Ramen (Salz-Ramen) ist die mildeste Art eine Ramen in Japan zu genießen. Die Brühe ist klar und salzig (aber nicht versalzen). Im Gegensatz zu kräftigen Ramen-Varianten steht der Geschmack der Brühe nicht so stark im Vordergrund, sie unterstützt die Toppings wie Gemüse oder Fleisch, statt sie zu überdecken. Perfekt zum Einsteigen oder als leichte Mahlzeit zwischendurch.

Shōyu-Ramen (Sojasaucen-Ramen) besteht aus einer kräftigen Brühe auf Basis von Sojasauce. Die Farbe ist aufgrund der Sojasauce leicht bräunlich, der Geschmack kräftig und aromatisch. Shōyu ist besonders in Tokio verbreitet – die klassische Variante, bodenständig und echt lecker.

Ramen in Japan: Alles, was du wissen musst – Japan Guide

Miso-Ramen wird, wie der Name schon sagt, mit fermentierter Sojabohnenpaste (Miso) zubereitet, was der Suppe eine cremige Konsistenz und einen tiefen Umami-Geschmack verleiht. Diese Art stammt ursprünglich aus Hokkaidō und wird gerne mit Mais, Butter und kräftigem Fleisch kombiniert.

Tonkotsu-Ramen (Schweineknochen-Ramen) besteht aus einer milchig-weißen Brühe, entstanden durch das stundenlange Auskochen von Schweineknochen. Intensiv, fettig, reichhaltig. Besonders beliebt in Kyūshū. Wer richtig hungrig ist, wird diese Variante lieben.

Weitere Ramen die du kennen musst – Tantanmen und mehr

Chicken Ramen (Tori Ramen / Tori Paitan) basiert auf einer Hühnerbrühe, die entweder klar (Tori Chintan) oder cremig-milchig gekocht wird (Tori Paitan). Geschmacklich liegt Chicken Ramen irgendwo zwischen Shio und Shōyu und wirkt oft leichter als Tonkotsu. Hier seht ihr einer meiner liebsten Ramen-Suppen unserer Reisen. Cremig, nahezu sämig, sehr mild im Geschmack und zum Niederknien gut.

Ramen in Japan: Alles, was du wissen musst – Japan Guide
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Ramen in Japan: Alles, was du wissen musst – Japan Guide
  • Ramen-Spot Osaka / Chicken Ramen bei 鶏白湯らーめん・つけ麺 金麦 難波店, zu Google Maps.

Shōyu-Tonkotsu, Miso-Tonkotsu, Shio-Miso. Viele Restaurants kombinieren klassische Grundbrühen mit verschiedenen Tare (Würzbasen), um ihren eigenen Stil zu kochen. Tipp: Wenn du das erste Mal da bist, frag ruhig nach der beliebtesten Haus-Variante.

Tantanmen (scharfe Ramen im Sichuan-Stil) hat typisch eine cremige, scharfe Brühe mit Sesampaste, Chiliöl und Hackfleisch. Etwas fettiger und würziger als andere Ramen. Ideal für Fans der scharfen Küche.

Tsukemen (Ramen zum Dippen) Die Nudeln und die Brühe werden separat serviert. Du tunkst die kalten, dicken Nudeln in eine konzentrierte Brühe. Praktisch im Sommer oder wenn du es spannend magst.

Abura Soba (Öl-Nudeln) ist keine Suppe, sondern Ramen, die in einer würzigen Öl-Soja-Sauce geschwenkt werden. Gern mit Frühlingszwiebeln, Chāshū, Ei und etwas Essig oder Chiliöl serviert. Überraschend sättigend und geschmackvoll.

Ichiran – die wohl bekannteste Ramenkette Japans

Bei Ichiran bekommst du je nach Filiale rund um die Uhr eine sehr gute Ramen aufgetischt – und das ganz ohne Stress. Die Bestellung läuft über einen Bestellautomaten ab, der meist direkt im Eingangsbereich platziert ist: Stärke der Brühe, Nudelhärte, Schärfegrad, extra Toppings. Dann sitzt du in einer kleinen abgetrennten Kabine und konzentrierst dich voll und ganz auf deine wohlschmeckende Ramensuppe. Kein Smalltalk, keine Ablenkung, ein Ramendate. Ideal, wenn du spät abends noch eine Portion brauchst oder einfach so. Wir waren sehr gerne zu Besuch.

Nützliche Begriffe für deine Bestellung

Men (麺) Nudeln in weich (やわめ), normal (ふつう) oder fest (かため).
Tare (タレ) Würze der Suppe, meist Shio, Shōyu oder Miso.
Kaedama (替え玉) extra Nudeln, sag Kaedama onegaishimasu zum nachbestellen.
Chāshū (チャーシュー) Zarter Schweinebauch, das beste Topping, meist geschmort.
Ajitama, Nitamago (味玉 / 煮玉子) Mariniertes, halbweiches Ei.
Menma (メンマ) Fermentierte Bambussprossen.
Negi (ねぎ) Frische Frühlingszwiebeln, fein geschnitten.

Praktische Tipps für deinen ersten Ramen-Bar-Besuch

Bestellautomaten: Viele Ramen-Läden haben am Eingang einen Automaten, an dem du dein Essen wählst und bezahlst. Meist nur auf Japanisch. Tipp: Achte auf Fotos oder frage das Personal nach „osusume“ (おすすめ – Empfehlung).

Selbstbedienung und Tempo: Ramen ist Fast Food in Japan. Wenn du die Ramen serviert bekommst, kannst du dich höflich bedanken mit den Worten „itadaki masu“ Nach dem Essen bitte nicht lange sitzen bleiben. Schüssel leer? Dann sag „Gochisōsama deshita“ (ごちそうさまでした – Danke für das Mahl) und mach Platz für den nächsten.

Keine Scheu vorm Schlürfen: In Japan ist es höflich, laut zu essen. Das zeigt, dass es dir schmeckt. Also: Schlürfen erlaubt – sogar erwünscht.

Wenn du dir diese Begriffe und Tipps merkst, bist du bestens gerüstet, um dich auf eigene Faust in die Welt der Ramen in Japan zu stürzen. Und das Beste ist: Selbst in der kleinsten Gasse wartet oft eine der besten Schüsseln deines Lebens auf dich.