Erster Stopp: Tokio – Metropole, Kontraste & Ramen-Liebe

Tokio! Schon der Name klingt nach Neonlicht, Hektik und Zukunft. Aber als wir am 18. Oktober mittags in Haneda landeten, war da erst mal: Stille. Das ist das Erste, was einen in Japan umhaut. Tausende Menschen wuseln durch den Flughafen und die Bahnhöfe, aber es ist leise. Niemand schreit, niemand drängelt. Es ist ein organisiertes Chaos, das einen sofort fasziniert. Bevor es für dich losgeht: In folgendem Beitrag *Japan Rundreise 3 Wochen: Route, Planung & Insider-Tipps haben wir alles wissenswerte gesammelt, was man vor einer Japanreise wissen sollte.

Zeitraum: 18. Oktober – 22. Oktober
Unsere Basis: Airbnb in Higashi-Ikebukuro

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Wir haben uns bewusst gegen ein Hotel im touristischen Shinjuku entschieden und stattdessen ein Airbnb in Higashi-Ikebukuro in der nähe der Station Otsuka (an der Yamanote-Linie) gebucht. Ikebukuro ist so etwas wie der Underdog der Tokio-Viertel, riesig, voller Anime-Shops und Restaurants, aber es fühlt sich ein kleines bisschen echter an und ist dennoch ein Katzensprung von Shinjuku und Shibuya entfernt.

Tag 1: Ankommen in Tokio & Ramenliebe

Endlich! Nach Monaten der Planung und einem langen Flug landeten wir um 12:25 Uhr mittags am Flughafen Haneda (Terminal 3). Japan, wir sind da! Die Aufregung war riesig, auch wenn die Müdigkeit langsam einsetzte.

Die Einreise: Schneller als gedacht und ein echter, tierischer Empfang. Dank unserer Vorabregistrierung (Visit Japan Web) ging die Einreise unglaublich schnell. Reisepass hinhalten, QR-Code scannen und schon standen wir am Gepäckband. Während wir auf unsere Koffer warteten, haben wir uns kurz frisch gemacht. Plötzlich blieb ein Sicherheitsbeamter mit einem Spürhund bei uns stehen. Ein kurzer Schreckmoment. Der Grund war aber harmlos: Wir hatten noch den Geruch vom Snackproviant, darunter Obst, in einer Tupperdose. Nach einer kurzen, sehr netten Erklärung war das Problem gelöst und unsere Koffer kamen an.

Vorbereitende To-dos: Essentials besorgen. Bevor wir uns ins Abenteuer stürzten, mussten wir erst einmal die Essentials klären:

  1. E-Sim einschalten: Damit wir sofort Internet haben (lebenswichtig für Google Maps!), mehr dazu hier.
  2. Bargeld holen: Direkt an einem Automaten der 7-Eleven Bank (die sind super, weil sie meist keine Gebühren für ausländische Karten nehmen).
  3. Suica Card: Die Suica-Card ist das Must-Have für öffentliche Verkehrsmittel und mehr. Für den Android-Nutzer unter uns gibt es eine physische Welcome Suica Card am Automaten. Als iPhone Nutzer hat man die doch sehr komfortable Möglichkeit eine Suica Card über die Apple-Wallet zu laden, mit dem Vorteil die Karte per Handy, wie eine Prepaid-Karte, aufzuladen, mehr dazu hier.

Udon im Haneda Airport Garden. Nach der langen Reise hatten wir erstmal einen Bärenhunger. Zum Glück ist der Flughafen Haneda kulinarisch gut ausgestattet und nicht überteuert. Wir steuerten direkt den Haneda Airport Garden an, ein kleines Einkaufszentrum, das über einen Gang direkt mit Terminal 3 verbunden ist – unbedingt einen Besuch abstatten.

Unser Ziel stand fest: Das Restaurant Godaime Hanayama Udon im Airport Garden. Wir hatten schon viel über deren berühmten, breite Udon-Nudeln gehört und gesehen. Erkannt haben wir den Laden sofort an der kleinen Schlange davor. Das war unser erster Kontakt mit dem japanischen Phänomen des „Anstehens für gutes Essen“ – etwas, wovor wir schon gewarnt wurden.

Food-Spot: Godaime Hanayama Udon
Adresse: 1F, Haneda Airport Garden (connected to Terminal 3)
Öffnungszeiten: Täglich 11:00–15:30 Uhr, 17:00–22:00 Uhr

Tokio Reisebericht: 4 Tage Tokio – Highlights, Essen & Tipps
Tokio Reisebericht: 4 Tage Tokio – Highlights, Essen & Tipps

Aber keine Sorge, die japanische Esskultur ist sehr optimiert. Man sucht sich bereits in der Warteschlange sein Essen aus. Kurz vor dem Betreten des Lokals bestellt man. Sobald man am Tisch sitzt, steht das Essen kurzerhand vor einem. Und bezahlt wird direkt beim Rausgehen. Und dann kam es: Serviert auf einem Tablett, ein großer Teller mit flachen, breiten Udon-Nudeln. Dazu kleine Schalen mit würziger Soße zum Eindippen und etwas Tempura.

Monorail und Koffer-Tetris. Gestärkt und glücklich haben wir die Wartezeit bis zum Check-In im Airbnb mit einem kleinen Bummel durch die Mall überbrückt. Dann ging es zurück zum Terminal zur Monorail-Bahn (Station MO 01). Die Monorail ist eine private Bahn, die auf einem Gleis über die Bucht von Tokio fährt. Die Fahrt kostet etwa 520 Yen für eine einfache Strecke. Das Bezahlen ist super einfach: IC-Card (Handy oder Karte) auf das Lesegerät an der Schranke tappen, ein kurzes „biep“ und fertig. Bei einem langgezogenen „biep“ (man hört sofort, dass das nichts Gutes heißt!) schließt sich die Schranke.

Wir stiegen ein und fanden einen Platz für unser Gepäck auf der Gepäckfläche an einem der niedrigen Sitze. Die Fahrt ging los und der erste Blick aus dem Fenster war senationell! In Hamamatsucho stiegen wir in die Yamanote-Line um und fuhren bis Otsuka zu unserem Airbnb. Ja, es war etwas voller und mit den großen Koffern in den vollen Bahnen auch etwas nervig. Aber da die Japaner so umsichtig sind, war es gar nicht so schwer. Und wenn man der Beschilderung Escalator folgt, findet man meist auch einen Weg mit Rolltreppe an die Oberfläche.

Erste Unterkunft: Airbnb Check-in

Unser Airbnb war wie erwartet recht klein. Japanische Apartments sind effizient, stellt euch darauf ein. Die erste Herausforderung: Die Technik. Das Bedienfeld für Warmwasser, die Klimaanlage und die High-Tech-Toilette (du wirst nach deiner Reise sicher Googlen, ob eine japanische Toilette auch in deiner Wohnung möglich ist) waren komplett auf Japanisch. Retter in der Not: Google Übersetzer. Einfach Kamera draufhalten, übersetzen lassen und schon wussten wir, welcher Knopf für das Spülen, den Duft, das Radio und welcher für Notruf ist.

Erster Abend: Ikebukuro erkunden

Der Jetlag wollte uns ins Bett zwingen, aber wir wehrten uns: „Wir müssen wach bleiben!“ Wir sind aufgebrochen ins Zentrum von Ikebukuro mit Stop am Sunshine 60 Zentrum. Aussicht: Es gibt oben eine tolle Aussichtsplattform. Sie ist günstiger (700-900 Yen) und viel entspannter als der Hype am Shibuya Sky. Gachapon Department Store: Ein Wahnsinn. Ein Labyrinth aus hunderten weißen Kapsel-Automaten, die bis zur Decke reichen. Von Anime-Figuren bis zu winzigen Reiskochern, das perfekte Kleingeld-Grab mit Suchtfaktor.

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Dinner: Ramen bei Mendokoro Hanada

Der Hunger trieb uns zu einer Ramen-Bar names Mendokoro Hanada Ikebukuro. Vor dem Laden: Eine lange Schlange. Wir stellten uns brav an. Die netten Japaner vor uns merkten, dass wir Lost waren und erklärten uns wild gestikulierend die wichtigste Regel für Ramen-Läden: Erst Ticket am Automaten kaufen, DANN anstellen!

Tokio Reisebericht: 4 Tage Tokio – Highlights, Essen & Tipps
Tokio Reisebericht: 4 Tage Tokio – Highlights, Essen & Tipps

Also hin zum Automaten. Ernüchterung: Er nimmt nur Bargeld und natürlich keine großen Scheine. Wir hatten unser Kleingeld schon verbraten. Also: Raus aus dem Laden, zum Konbini rennen, Wasser kaufen, kleines Wechselgeld bekommen, zurückrennen. Dann klappte es! 15 Minuten später saßen wir an der Bar und schlürften eine klassische Miso Ramen mit extra Fleisch und Ei. Super reichhaltig, intensiv, fabelhaft. Die Mühe war es wert.

Late Night Shopping & Jugend-Test

Vollgefuttert ging es noch kurz zu Uniqlo. Wir kauften uns die berühmte kleine Schultertasche, die jeder hier trägt. Damit sahen wir fast aus wie Einheimische (die haben immer alles dabei: Handtuch, Müllbeutel, Münzbeutel, Regenschirm). Auf dem Heimweg fiel uns immer wieder ein hochfrequenter Ton vor einigen Läden auf. Wir erfuhren: Das sind Mosquito Tones, die junge Leute davon abhalten sollen, dort abzuhängen („gammeln“), da ältere Menschen den Ton nicht mehr hören. Fazit: Das Piepen hat genervt, also sind wir offiziell noch jung!

Völlig fertig, aber mit einem sehr positiven Gefühl und voller Vorfreude, fielen wir in unsere Betten. Gute Nacht, Tokio!

Tag 2: Schrein-Rituale & Kirby (19.10.)

Der Jetlag hat zumindest einen von uns früh aus den Federn geworfen, aber ehrlich gesagt: Das war genau richtig so um die ruhige Nachbarschaft in Otsuka am Morgen zu erleben. Wir starteten nicht in einem der typischen Touri-Hotspots, sondern direkt vor unserer Haustür in Otsuka und bekamen gleich zum Frühstück die volle Dröhnung Japan.

Morgen-Mission: Der erste Kulturschock & das „Konbini-Feast“ Unser Tag begann für Nam mit einem Besuch im Don Quijote (kurz „Donki“) in Otsuka. Ja, gleich Öffnungsbeginn um 9 Uhr! Es war die perfekte Reizüberflutung zum Wachwerden: Regale, die bis unter die Decke vollgestopft sind, bunte Schilder, wild blinkende Lichter und Produkte, von denen wir oft nicht mal wussten, was sie eigentlich sind. Ein herrlich chaotischer Start! Danach ging es weiter zu Daiso um für die vielen Münzen einen Münzhalter zu holen damit man die richtigen Münzen schnell passend parat hat.

Danach knurrte der Magen. Und wo geht man in Japan für ein schnelles, günstiges und unfassbar gutes Frühstück hin? Natürlich in den Konbini (Convenience Store)! Es wurde der nächste 7-Eleven angesteuert und eine gute Auswahl aus dem Kobini-Sortiment ins AirBnb gebracht. Das absolute Highlight: Das legendäre Egg Sando (Eiersalat-Sandwich). Vergesst alles, was ihr über Tankstellen-Sandwiches wisst. Das hier wird auf Shokupan (japanischem Milchbrot) serviert. Es ist so fluffig und weich, dass man keine Zähne braucht, und die Füllung ist cremig und perfekt gewürzt. Dazu gab es ein Thunfisch-Mayo Onigiri, ein Melonpan (süßes Hefegebäck mit keksartiger Kruste), diverse andere Backwaren und ein Kaffee.

💡Unser Pro-Tipp für Getränke: Kauft euch einen Matcha Latte aus dem Kühlregal, dazu ein Coolish“ Vanille-Eis aus der Tiefkühltruhe und ein Becher mit Eiswürfeln. Drückt das Eis in den mit Matcha gefüllten Eiswürfelbecher, das ist der ultimative DIY Matcha Float und ein absoluter Gamechanger.

Vormittag: Harajuku-Vibes & Architektur-Staunen Gut gestärkt ging es weiter nach Harajuku in die berühmte Takeshita Street. Puh, was für ein Kontrast! Es ist eng, es ist laut, es ist bunt. Überall stehen Mädchen in ausgefallenen Kleidern, die Flyer für Maid-Cafés oder Tier-Cafés verteilen (Otter, Igel, Schweine hier gibt es wirklich alles, wir haben diese Läden komplett abgelehnt). Es ist eine ganz eigene Welt, die man einfach mal gesehen haben muss. Für eine kurze Verschnaufpause und etwas Vertrautes landeten wir mittags bei Slice of Life, einem kleine für butterzarte Ribs.

Tokio Reisebericht: 4 Tage Tokio – Highlights, Essen & Tipps
Tokio Reisebericht: 4 Tage Tokio – Highlights, Essen & Tipps

Beim anschließenden Verdauungsspaziergang durch Harajuku und Omotesando kamen wir aus dem Staunen nicht mehr raus. Der Tokyu Plaza hat einen verspiegelten Eingang, der aussieht wie ein riesiges Kaleidoskop, das perfekte Fotomotiv. Wir schlenderten vorbei am Dior Gebäude und stoppten kurz beim Harry Potter Shop. Die Chiikawa Bakery im Tokyo Plaza war für uns als Brotbäcker ein kleines Highlight: Die Schlange war ewig lang! Chiikawa ist gerade DER Trend in Japan, aber so gerne wir die künstlerischer Brote probiert hätten, das Anstellen haben wir uns gespart und sind lieber weitergezogen.

Tokio Reisebericht: 4 Tage Tokio – Highlights, Essen & Tipps
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Kultur-Zeit: Ruhe & Rituale im Meiji-Schrein. Nur ein paar Schritte vom Trubel entfernt, tritt man durch ein riesiges Tor (Torii) in den Wald des Meiji-Schreins. Plötzlich ist es still. Der Kies knirscht unter den Schuhen, die Bäume schlucken den Lärm der Stadt und aus den Boxen tönen etwas fragliche Krähengeräusche.

1. Die Stempel-Jagd (Eki vs. Goshuin) Hier haben wir unsere ersten Stempel der Reise geholt. Aber Vorsicht, es gibt einen wichtigen Unterschied, den man kennen sollte:

  • Memorial Stamps: Diese findet man oft an Bahnhöfen oder Touristen-Infos. Sie sind kostenlos und man stempelt sie selbst in sein Notizbuch als Erinnerung.
  • Goshuin (御朱印): Das ist die Profi-Liga. Es sind religiöse Kalligrafien, die von Mönchen oder Schrein-Mitarbeitern handgeschrieben und mit roten Stempeln versehen werden. Sie gelten als Pilger-Nachweis. Dafür braucht man ein spezielles Buch (Goshuincho) und zahlt eine kleine Gebühr (meist 300-500 Yen). Diese Bücher bitte immer mit Respekt behandel.
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2. Omikuji: Die Zukunft aus der Box. Wir haben uns die Zukunft vorhersagen lassen (Omikuji). Das funktioniert anders als bei Glückskeksen: Man schüttelt eine sechseckige Holzbox, bis ein Bambusstäbchen mit einer Nummer herausfällt. Gegen diese Nummer tauscht man dann am Schalter seinen Papierzettel ein. Meine Vorhersage? Sagen wir so: Es blieb spannend!

3. Beten wie ein Local (Die 5-Yen-Regel) An der Haupthalle haben wir gebetet. Damit ihr nicht unsicher herumsteht, hier der Ablauf:

  • Die Münze: Werft idealerweise eine 5-Yen-Münze (Go-en) in die Box. Warum? „Go-en“ klingt auf Japanisch genauso wie das Wort für „gute Beziehung“ oder „Schicksal“. 10 Yen gelten als Unglück, da es wie „ferne Beziehung“ klingt.
  • Das Ritual:
    1. Münze leise einwerfen.
    2. Zwei Mal tief verbeugen.
    3. Zwei Mal in die Hände klatschen (um die Götter „aufzuwecken“ und böse Geister zu vertreiben).
    4. Still beten.
    5. Zum Abschluss noch einmal tief verbeugen.

4. Glück to go & Wünsche auf Holz. Natürlich konnten wir den Schrein nicht verlassen, ohne uns mit etwas spiritueller Unterstützung einzudecken.

  • Omamori (Glücksbringer): Wir standen vor einer riesigen Auswahl dieser wunderschön bestickten Stoffbeutelchen. Sie dienen als Talismane für absolut jede Lebenslage: Es gibt welche für Gesundheit, Erfolg in der Schule, Sicherheit im Straßenverkehr oder Liebe. Wichtig: Öffnet diese Säckchen niemals. Man sagt, dann entweicht die Schutzwirkung. Traditionell trägt man sie ein Jahr lang bei sich (am Rucksack oder im Geldbeutel), bevor man sie theoretisch zum Schrein zurückbringt, damit sie dort verbrannt werden. Das heißt wohl, dass wir gleich den nächsten Flug buchen müssen.
  • Ema (Wunschtafeln): Ein weiterer schöner Brauch sind die Ema. Das sind kleine Holztäfelchen, die man am Schrein kauft. Auf die Rückseite schreibt man seine Wünsche oder Dankesworte an die Götter (Kami) und hängt sie dann an eine große Wand zu den tausenden anderen. Es war unglaublich berührend, dort zu stehen und die Wünsche von Menschen aus der ganzen Welt in allen Sprachen zu lesen – von „Weltfrieden“ bis „Bitte lass mich die Matheprüfung bestehen“. Natürlich haben wir uns auch eine Tafel geholt, unseren Wunsch darauf verewigt und ihn dort im Wald von Tokio aufgehängt.
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Als absolutes Highlight sahen wir noch eine traditionelle Shinto-Hochzeit. Das Paar und die Priester liefen in einer feierlichen Prozession über den Hof. Aufgrund der prächtigen Kleidung und der Zeremonie handelte es sich wohl um eine Familie höheren Ranges. Ein Gänsehaut-Moment voller Eleganz und Tradition!

Snack-Time: Craft Cola & heiße Oktopus-Bälle. Nach so viel Kultur brauchten wir Zucker. Nach einem zweiten Matcha Latte in einem Café holten wir uns an einem Straßenstand Takoyaki. Das sind Teigbällchen, die in speziellen Mulden mit einem Stück Oktopus gebacken werden. Sie werden mit einer süßlichen Soße, Mayo und tanzenden Bonito-Flocken serviert. Warnung: Sie sind innen so heiß wie man es von gegrillten Tomaten bspw. kennt. Außen knusprig, innen fast flüssig-cremig. Passt beim ersten Bissen auf, aber es lohnt sich. Wenn du Takoyaki Zuhause selbst zubereiten möchtest, habe ich hier das Rezept für dich.

Danach ging es zu Iyoshi Cola. Ein super cooler Laden! Craft Cola ist in Japan ein großes Ding. Sie wird mit echten Gewürzen wie Zimt, Nelken und Zitrone hergestellt, statt nur mit Chemie. Wir haben gleich alle Sorten im Tasting Flight bestellt. Sie schmeckt viel intensiver und würziger als eine normale Cola. Unbedingt mal probieren.

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Gaming & der neue Freund. Wir ließen uns treiben und landeten in der Taito Station (Arcade Halle). Natürlich mussten wir an die UFO Catcher (Greifarm-Automaten). Das ist in Japan eine Wissenschaft für sich, es geht nicht nur um Glück, sondern um Technik (Schieben, Drücken, Rollen). Und wir hatten Erfolg, mit unserem Gewinn und dem neuen Freund Kirby. Begleiten durrfte Kirby uns an meiner Uniqlo-Umhängetasche. Ein toller Aufhänger zum Small-Talk: Ständig wurden wir darauf angesprochen („Kawaii!“), und wir sahen so viele andere Leute, die auch einen Kirby dabei hatten.

Abend: Shibuya Sky & Hamburger Steak. Schließlich fuhren wir zur berühmten Shibuya Kreuzung. Es ist faszinierend, wie hunderte Menschen bei Grün gleichzeitig loslaufen („Scramble Crossing“) und niemand zusammenstößt.

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Wir hatten Tickets für Shibuya Sky zu einem festen Zeitslot gebucht, aber etwas Pech: Es regnete leicht, weshalb die spektakuläre Outdoor-Plattform (Helipad) geschlossen war. Man hätte vom Ticket zurücktreten können, aber wir wollten die Zeit dennoch nutzen. Und wisst ihr was? Es hat sich gelohnt! Auch von der Indoor-Aussichtsgalerie ist dieses unendliche Lichtermeer von Tokio bei Nacht einfach beeinruckend.

Zum Abendessen ging es zu Ikura Shibuya. Hier gab es Hambagu Steak (nicht zu verwechseln mit einem Burger im Brötchen!). Das ist ein dickes, saftiges Hacksteak, serviert auf Reis mit einer dunklen Demiglace-Sauce. Der Clou: Oben drauf lag ein butterweiches Ei, das beim Anstechen über das Fleisch lief. Unfassbar lecker und „Comfort Food“ pur!

Finale: Der Endgegner Mega Donki Auf dem Heimweg machten wir den „Fehler“, noch in den Mega Don Quijote in Shibuya zu gehen. Das ist Donki auf Steroiden. Der Vibe ist Reizüberflutung Level 1000. Überall Lichter, enge Gänge, Berge von Produkten und dieser Song in Dauerschleife: „Don Don Donki, Don Quijote…“ (Ihr werdet ihn nie wieder los, versprochen!). Hier gibt es wirklich alles: Von KitKats in 20 Sorten über Luxus-Uhren bis hin zu Kosmetik und Kostümen. Wir deckten uns mit Gesichtsmasken und Snacks ein und schleppten uns – völlig fertig, aber glücklich – mit einem letzten Snack-Stopp beim 7-Eleven ins Bett.

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Tag 3: Sushi, TeamLab, 28.5k Steps (20.10.)

Route: Tsukiji ➡ Toyosu (TeamLab) ➡ Ginza ➡ Ikebukuro Schrittzähler: 28.500 (Rekordverdächtig!)

Der dritte Tag stand ganz im Zeichen von Fisch, Kunst und… noch mehr Essen. Ursprünglich hatten wir mit dem Gedanken gespielt, die legendäre Thunfisch-Auktion zu besuchen. Aber hier ist der Realitäts-Check:

  1. Der Großmarkt ist 2018 von Tsukiji nach Toyosu umgezogen (moderner, steriler, größer).
  2. Für die Auktion braucht man Tickets aus einer Lotterie (hatten wir nicht).
  3. Die öffentlichen Bahnen fahren erst ab ca. 5:00 Uhr, die Auktion beginnt früher. Man müsste also mitten in der Nacht aufstehen und ein Taxi nehmen.

Wir haben uns für die entspannte Variante entschieden: Ausschlafen (so gut es ging) und ab zum alten Markt!

Vormittag: Fischmarkt, Tsukiji

Auch wenn die Auktionen weg sind: Der Tsukiji Outer Market lebt. Es ist laut, es ist eng und es riecht fantastisch. Wir starteten gemütlich gegenüber vom Markt bei Hoshino Coffee. Ein klassischer japanischer „Kissaten“ (Coffee Shop). Mit einem Hand-Drip Coffee und einem kleinen Ham & Cheese Toast bauten wir die Grundlage für das, was kommen sollte.

Dann stürzten wir uns ins Getümmel der engen Gassen. Tsukiji ist ein Streetfood-Paradies:

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  • Wakaba Ramen: Wir gönnten uns eine Schüssel Ramen zum Frühstück. Wakaba ist berühmt für „Chuka Soba“ (Ramen chinesischer Art). Die Nudeln sind extrem dünn und kraus, die Brühe klar und leicht. Ein perfekter, wärmender Start, ganz anders als die schweren Tonkotsu-Suppen.
  • Kitsuneya: Man riecht diesen Laden, bevor man ihn sieht. Hier brodelt riesigen Töpfen das Horumon-Don (Eingeweide-Eintopf). Die Schlange war lang, aber allein dem Koch beim Schöpfen zuzusehen, ist ein Highlight.
  • Tunfisch-Tasting: An einem Stand probierten wir verschiedene Fettigkeitsstufen von Thunfisch (Maguro). Von Akami (mager, rot) über Chutoro (mittelfett) bis zu Otoro (das fetteste Bauchstück, das fast weiß ist und wie Butter schmilzt). Der Unterschied im Mundgefühl ist irre!
  • Gegrillte Jakobsmuscheln: Riesige Muscheln, die direkt vor unseren Augen mit einem Bunsenbrenner abgeflämmt und mit Sojasauce und Butter verfeinert wurden.
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Mittag: Barfuß durchs TeamLab Planets

Mit dem Bus fuhren wir weiter Richtung Toyosu zu teamLab Planets. Das ist kein normales Museum. Es ist „Body Immersive“. Das heißt: Schuhe aus, Socken aus, Hose hochkrempeln. Man läuft barfuß durch unterschiedliche Räume. Der Boden wechselt von weichem Teppich zu Spiegeln und zu Wasser.

  • The Water Area: Wir wateten durch knietiefes, milchiges Wasser. Darauf wurden digitale Koi-Karpfen projiziert. Wenn die Fische gegen die Beine „schwimmen“, zerplatzen sie zu Blumenblüten. Es ist eine Mischung aus Spielplatz und psychedelischem Traum. Absolut beeindruckend und sehr entspannend für die Füße (zumindest kurzzeitig!).
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Nachmittag: Sushi & Ginza-Glamour

Nach der Kunst hatten wir wieder Hunger (ein Muster erkennbar?). Wir blieben in Toyosu und gingen zu den dortigen Essensständen, die direkt am neuen Markt liegen. Bei Sushi Dokoro Yamazaki gab es fantastisches Sushi. Da der Fisch quasi nur 100 Meter vom Markt in den Laden transportiert wird, kann er frischer nicht sein.

Danach fuhren wir ins Nobelviertel Ginza. Hier reihen sich die Luxusmarken aneinander. Wir steuerten den riesigen Uniqlo Flagship Store an (12 Stockwerke!).

  • Shopping-Tipp: Hier haben wir unseren ersten Tax-Free Einkauf getätigt. Reisepass an der Kasse zeigen, und die 10% Steuer werden direkt abgezogen. Ein paar Pullis für den Herbst mussten mit. Wir ließen uns einfach treiben und saugten den Trubel und die Eleganz von Ginza auf.

Abend: Schwarze Suppe & Nerdie

Zum Abendessen blieben wir in Ginza, wollten aber etwas Deftiges. Wir landeten bei Kyoto Ramen Morry. Hier gibt es Kyoto Aged Soy Sauce Ramen. Die Besonderheit: Die Brühe ist dunkel, fast schwarz, durch die lang gereifte Sojasauce. Sie sieht salzig aus, ist aber unglaublich tiefgründig im Geschmack („Umami-Bombe“) und oft mit etwas Rückenfett angereichert, damit sie schön an den Nudeln haftet. Ein ganz anderer Stil als am Morgen bei Wakaba!

Doch der Tag war noch nicht vorbei. Wir fuhren noch einmal nach Ikebukuro.

  • Animate: Ein riesiges Kaufhaus nur für Anime- und Manga-Merch. Wir deckten uns mit ein paar Nerd-Souvenirs ein.
  • Bookoff: Ein riesiger Second-Hand-Laden für Bücher, Mangas und Figuren. Man kann hier echte Schätze für wenig Geld finden.

Auf dem Heimweg ins Airbnb holten wir uns noch den ultimativen „Midnight Snack“: Ein Famichiki vom FamilyMart. Dieses knusprige, saftige Stück Hühnchen in der Papiertüte hat Kultstatus und nach diesem Tag hatten wir es uns verdient.

Der Endstand: 28.500 Schritte. Die Füße brannten, aber das Herz war voll (und der Magen auch). Gute Nacht, Tokio!

Tag 4: Küchen-Paradies & Shinjuku (21.10.)

Unser letzter voller Tag in Tokio (fürs Erste!) startete wieder mit dem, was wir am besten können: Essen. Aber heute wurde es strategisch, sowohl beim Anstehen als auch beim Shopping.

Frühstück: Ramen bei Men Mitsui

Wir starteten bei Men Mitsui in Asakusa. Dieser Ramen-Laden ist extrem beliebt, aber sie haben ein geniales System: Man muss nicht stundenlang in der Schlange stehen. Man zieht am Automaten eine Nummer mit einem QR-Code. Scannt man diesen, sieht man live auf dem Handy, wie viele Leute noch vor einem sind und wann man zurückkommen soll. Tipp: Seid unbedingt 20 Minuten vor Öffnung da, um euch im System zu registrieren! Die Ramen waren die Wartezeit wert – handgemachte Nudeln und eine Brühe mit so viel Tiefe, dass man darin baden möchte.

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Vormittag: Seiden-Pudding & Schrein

Zum Nachtisch gab es den berühmten Asakusa Silk Pudding. Er wird in kleinen Gläsern verkauft und macht seinem Namen alle Ehre: Er ist nicht fest wie deutscher Pudding, sondern so cremig und seidig, dass man ihn fast trinken kann. Danach ließen wir uns zum Asakusa-Schrein (Teil des Senso-ji Komplexes) treiben. Ja, es ist der touristischste Ort in Tokio, aber die Energie ist einzigartig. Wir snackten einen Dango (Reiskloß am Spieß) mit Azuki-Bohnenpaste. Süß, klebrig, lecker.

  • Asakusa-Schrein vs. Senso-ji: Viele verwechseln das. Das große rote Gebäude mit der Laterne ist der buddhistische Senso-ji Tempel. Direkt daneben steht der Asakusa-Schrein (Shinto). Beide Religionen existieren hier friedlich nebeneinander.
  • Die Sake-Fässer (Kazaridaru): Euch werden die riesigen, bunten Fässerstapel auffallen. Das sind Spenden von Sake-Brauereien an die Götter. Sake gilt als Verbindungsmittel zwischen Menschen und Göttern. Fun Fact: Die Fässer sind meistens leer (die Götter trinken wohl nur den Geist des Alkohols!).
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Matcha-Pause: Hatoya Asakusa

Wir brauchten Koffein und gingen zu Hatoya Asakusa. Der Matcha Latte hier war einer der besten der Reise. Woran erkennt man guten Matcha?

  1. Die Farbe: Er muss leuchtend neon-grün sein. Wenn er olivgrün oder bräunlich aussieht, ist er oxidiert oder von schlechter Qualität.
  2. Der Geruch: Er muss frisch und grasig riechen, fast ein bisschen wie Algen oder Spinat.
  3. Der Geschmack: Viel Umami (herzhaft), süßlich und nur ganz leicht bitter. Schlechter Matcha schmeckt einfach nur bitter und staubig. Hatoya hat hier volle Punktzahl erreicht!

Mittag: Shopping, Kappabashi Street

Nach einem späten Mittagessen (saftige Gyoza bei The Juicy Dumpling Manufactory) betraten wir den Himmel für Hobbyköche: Kappabashi. Man erkennt das Viertel an dem riesigen Koch-Kopf auf einem der Gebäude. Hier kaufen die Profi-Köche Tokios ein. Wir haben heute nur gescoutet und uns Dinge ausgesucht, die wir am Ende der Reise kaufen wollen (um sie nicht auf unserer weiteren Reise zu schleppen):

  • Japanische Messer: Die Auswahl ist gigantisch.
  • Schaum-Schöpfkelle (Ami-Jyakushi): Ein feinmaschiges Sieb, um den Schaum von Suppen abzuschöpfen – essentiell für klare Brühen!
  • Ausstecher: so viele Ausstecher in verschiedenen Formen und Größen. Wir haben uns für eine kleine Sakurablüte zum ausstechen des inneren Loches der Spitzbuben entscheiden.
  • Keramik: Wunderschöne Dipschalen und Tassen für einen Bruchteil des Preises in Europa.
  • Das Profi-Schneidebrett: Wir haben ein spezielles schwarzes Schneidebrett ins Auge gefasst (oft aus synthetischem Kautschuk, z.B. Parker Asahi). Warum schwarz? Man sieht helle Lebensmittel (Zwiebeln, Reis) besser. Warum das Material? Es ist „flaumig“ bzw. weicher als Holz oder Plastik. Das Messer schneidet leicht hinein, wodurch die scharfe Klinge geschont wird und viel länger hält. Ein absolutes Profi-Tool!
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Abend: Miyazaki Soulfood in Shinjuku

Für das Abendessen ging es zurück nach Shinjuku zu Miyazaki Food Quwanne. Wir wollten Spezialitäten aus der Präfektur Miyazaki probieren. Das Restaurant serviert tolle Sets auf Tabletts (Teishoku). Was wir bestellt haben:

  • Miyazaki Jitokko Oyakodon: Jitokko ist eine spezielle Hühnerrasse aus Miyazaki. Das Fleisch ist fester, bissfester und hat viel mehr Eigengeschmack als normales Huhn. Als Oyakodon (Huhn und Ei auf Reis) ein Gedicht.
  • Chicken Nanban: Frittiertes Hühnchen, das kurz in eine süß-saure Essigsauce getaucht und dann mit massenhaft Tartar-Sauce (Remoulade) bedeckt wird. Fettig, säuerlich, cremig – genial.
  • Drinks: Dazu gab es verschiedene Sours (Shochu mit Fruchtsaft/Soda), die erfrischend und nicht zu süß waren.

Vollgefuttert und müde ging es zurück ins Airbnb. Koffer packen war angesagt – morgen früh geht es mit dem Shinkansen raus aus der Metropole und rein ins traditionelle Kanazawa!

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